Justizministerin Prof. Constanze Geiert spricht im Gedenken an den 17. Juni in Görlitz

17. Juni 1953: Görlitz erinnert an den Volksaufstand in der DDR

verfasst am 17.06.2026

Freiheit, Mut und Demokratie bewahren – Erinnerung als Auftrag für die Zukunft

Am 17. Juni gedenkt die Stadt Görlitz wie jedes Jahr der Opfer des Volksaufstandes von 1953 in der DDR. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreter aus Politik und Gesellschaft sowie Schülerinnen und Schüler aus Görlitzer Schulen und einer Gastschule aus Mainz kamen zusammen, um an die Ereignisse zu erinnern, die vor 73 Jahren die Menschen in der DDR und besonders hier in Görlitz bewegten.

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 war die erste große Erhebung gegen die kommunistische Diktatur in der DDR. Ausgehend von Protesten gegen verschärfte Arbeitsnormen entwickelten sich innerhalb weniger Stunden landesweite Demonstrationen und Streiks. In Görlitz auf dem Obermarkt und an vielen anderen Orten im ganzen Land. Hunderttausende Menschen forderten Freiheit, demokratische Rechte, freie Wahlen und ein Ende der politischen Unterdrückung. Die Hoffnung auf Veränderung wurde jedoch gewaltsam beendet: Sowjetische Panzer und Sicherheitskräfte schlugen den Aufstand blutig nieder. Zahlreiche Menschen verloren ihr Leben, wurden verletzt, verhaftet oder später politisch verfolgt.

Bei der Gedenkveranstaltung in Görlitz erinnerten Oberbürgermeister Octavian Ursu und die Sächsische Staatsministerin der Justiz Prof. Constanze Geiert an die Bedeutung dieses historischen Ereignisses. In ihrer bewegenden Rede schilderte die Ministerin auch die persönliche Verbindung ihrer Familie zum Volksaufstand. Zwei ihrer Onkel hatten die Ereignisse des 17. Juni 1953 unmittelbar miterlebt und trugen die Folgen der damaligen Repressionen ein Leben lang mit sich. Ihr persönlicher Blick machte deutlich, dass die Geschichte des Volksaufstandes nicht nur Teil der deutschen Zeitgeschichte ist, sondern bis heute viele Familien prägt.

Besonders erfreulich war die Teilnahme zahlreicher Schülerinnen und Schüler aus Görlitz sowie einer Gastschule aus Mainz. Gerade die junge Generation trägt eine wichtige Verantwortung, die Erinnerung an die Opfer von Diktatur und Unfreiheit wachzuhalten. Das Wissen um die Geschichte hilft dabei, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit wertzuschätzen und zu verteidigen.

Der 17. Juni mahnt uns, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind. Die Menschen, die 1953 mutig für ihre Rechte und für ein freies Leben eintraten, verdienen unseren Respekt und unser dauerhaftes Gedenken. Ihre Geschichte erinnert uns daran, wachsam zu bleiben und die Werte unserer demokratischen Gesellschaft jeden Tag aufs Neue zu schützen.

Fotos: CDU Stadtverband